Marzo

Auch in Rom ist es jetzt März, „Marzo“ auf italienisch.

In der italienischen Variante des Monatsnamens erkennt man deutlicher als im Deutschen den Ursprung: es ist der römische Kriegsgott Mars. Das hängt damit zusammen, dass im römischen Reich so um diese Zeit die „Feldzugsaison“ begann und die wehrfähigen Männer sich auf dem Marsfeld versammelten. Wenn es nicht zu militärischen Übungen oder Aufmärschen benutzt wurde, diente es als Schaf- und Pferdeweide. Da es bis zum Bau der Aurelianischen Mauern außerhalb der Stadtmauern lag, war das Marsfeld, sprich der Campus Martius der natürliche Ort für Empfänge ausländischer Herrscher und Botschafter, die die Stadt nicht betreten durften. Heute erkennt man das Marsfeld nur noch im Namen eine Stadtteils:  Campo Marzio  ist der IV. Rione (Stadtteil) und umfasst den Nordteil des ehemaligen „Campus Martius“ von der Spanischen Treppe bis zur Piazza del Popolo.

Das Wetter in Rom ist deutlich im März deutlich angenehmer als in vielen Teilen Deutschlands, der Schweiz oder Österreichs. Mit Temperaturen zwischen 15 und 17 Grad bei wenigen Regentagen beneide ich immer meine römischen Freunde, die bisweilen Selfies mit Espressotasse in ihren Lieblingscafés posten.

Wer gerne fotografiert, dem sei ein frühes Aufstehen und ein Spaziergang auf einen einen der Hügel empfohlen. Wer in der Stunde nach Sonnenaufgang vom Pincio oder dem Gianicolo aus Aufnahmen macht, wird mit einem herrlichen Licht und einer wunderbar klaren Atmosphäre belohnt. Ähnliches lässt sich im März auch mit der Investition von enigen Euro und ein wenig Puste beim Aufstieg auf die Kuppel der Peterskirche bewerkstelligen.

Der Strand von Ostia im Frühling - © Thomas Michael Glaw
Der Strand von Ostia im Frühling – © Thomas Michael Glaw

Wer mit dem Zug nach Ostia raus fährt kann zum einen Ostia Antica besichtigen ohne sich einen Hitzschlag zu holen und zum anderen an relativ leeren Stränden spazieren gehen oder einen Espresso an der Mole im Kreis von Italienern trinken, und, wenn er oder sie der Sprache mächtig ist, die neuesten Purzelbäume der italienischen Politik diskutieren.

Wen es trotz des frühlingshaften Lüftchen in Museen ziehen sollte, dem seien ein paar Ausstellungen ans Herz gelegt:

Ab 16.3. werden zahlreiche Werke Marc Chagalls im Chiostro del Bramante unter dem Titel „Love and Life“ ausgestellt. Es ist eine sehr poetische Ausstellung, die über 150 Werke des in Russland geborenen Künstlers präsentiert. Es ist Chagalls Inspiration durch seine Frau Bella Rosenfeld, die im Zentrum des Konzepts steht. Mehr dazu findet ihr auch auf der Web Site des Chiostro de Bramante – wie so oft in Italien nur auf italienisch.
Die Ausstellung „Le ragioni dello squardo„, also die Gründe des Blicks, sprich warum fotografiert man etwas, die auch einen Blick auf den Fotografen selbst wirft, im Granaio di Santa Prassede,  ist bis zum 22.3. verlängert worden. Wer gerne fotografiert, kann sich hier mit seinem Handwerk auseinandersetzen und Anregungen holen.

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