Sommer in Rom

Wenn ich diesen Text schreibe, hat es draußen 31 Grad, die Luft scheint zu stehen vor dem Palazzzo und ich frage mich zum  x-ten Mal: warum kommen nur diese ganzen Touristen im Sommer nach Rom? Es ist heiß, die Luft steht in den Straßen, viele Bars, Geschäfte und Restaurants (zumindest die außerhalb der Altstadt und damit der Touristenzone) sind geschlossen …

Ich weiß ja, es sind Sommerferien und Rom lockt, aber trotzdem …

Nun also, was kann man unternehmen, wenn einem der Schweiß schon beim Verlassen des Hotels oder der Herberge auf der Stirn steht?

1. In Kirchen ist es kühl. Das mag nun ein wenig zynisch klingen,denn eigentlich geht man ja in eine Kirche um Gott zu finden, um zu beten, um Ruhe bei ihm zu finden. Eingefleischte Atheisten mögen lächeln, aber all das ist tatsächlich möglich 🙂

Santa Constanzia - Roma © Thomas Michael Glaw
Santa Costanza- Roma © Thomas Michael Glaw

Trotzdem kann man im Sommer auch die Kühle genießen, sich von der Baukunst und der Ausstattung begeistern lassen oder einfach Ruhe finden. Kirchen gibt es in Rom genug 🙂 – auf einige der interessantesten verweisen wir auch auf dieser Website. Besonders Santa Constanza möchte ich euch ans Herz legen … zum Seele baumeln lassen.

2. In vielen Parks kann man ein – verhältnismäßig – kühles Plätzchen finden. Besonders empfehlenswert sind Villa Celimontana  (Brunnen) und der Garten auf dem Aventin – mehr dazu in Roma Verde

Römische Parks - © Thomas Michael Glaw
Römische Parks – © Thomas Michael Glaw

3. Kühl ist es natürlich auch in Museen, und Rom hat davon ja auch genug. Hier ein kleiner Tipp für diesen Sommer: Unter dem Palazzo Valentini gibt es das Domus Romane di Palazzo Valentini. Wer Treppen steigen kann und keine Angst vor gläsernen Fußböden hat bekommt einen faszinierenden Einblicke in den römische Lebenswelt – garniert mit Multimedia Präsentation und einigen kleinen Spielereien. Am besten über das Web buchen und fünf Minuten vorher da sein sein. Die Gruppen sind relativ klein und die Führung dauert etwa 90 Minuten. Kühl ist es außerdem 🙂

Noch was? Ach, ja … alla spiaggia … der Strand ruft. Klar kann man

von Rom aus den Strand: 25 Minuten ab dem Bahnhof Roma Ostiense (Metro: Piramide) mit dem Zug. Die Züge fahren viermal pro Stunde, einfach bis zur Endhaltestelle sitzen bleiben. Wer sich einen leeren Strand erhofft, müsste allerdings entweder morgens um sieben da sein oder sich auf einen ein bis anderthalb Kilometer

Ostia - © Thomas Michael Glaw
Ostia – © Thomas Michael Glaw

Marsch Richtung Süden einstellen … und auch dort wird es nicht richtig leer. Baden ist in Italien eine Massenveranstaltung, außer man weiß was man tut, hat ein Auto und ist eher im Süden des Landes unterwegs.

 

Zum Schluss noch eine Bemerkung in eigener Sache. Viele hatten sich auf konkrete Reiseempfehlungen gefreut, die wir bis jetzt noch nicht publiziert haben. Wir sind immer noch in Verhandlungen mit unterschiedlichen Anbietern,  denn wir wollen euch ja eine Kombi aus richtig gutem Service und vernünftigen Preisen bieten. Wir treffen uns im August zu weiteren Gesprächen und hoffen euch im Herbst konkrete Ideen für eure Reise nach Rom vorstellen zu können.

Maggio – Mai in Rom

Mit dem Monat Mai beginnt endgültig wieder die Freiluftsaison in Rom. Endlich kann man wieder Picknick machen – in Italien immer noch überwiegend ein Familienevent, dessen kulinarische Genüsse, natürlich vorbereitet von Mama und Nonna, nichts zu wünschen übrig lassen.

Picknick im Park der Villa Borghese - © Thomas Michael Glaw
Picknick im Park der Villa Borghese – © Thomas Michael Glaw

Zum ersten Frühlingspicknick gehören in den meisten Familien sicher immer noch die „fave“ die dicken Bohnen und der Pecorino. So ein Picknick kann man in einem der vielen römischen Parks veranstalten, aber auch am Meer oder in den Bergen. Bergwandern, wie man es in Deutschland kennt, ist den meisten Römern allerdings zu anstrengend, zumal fast immer ein Haufen Kinderwägen dabei sind. Also auspacken, aufstellen, essen und trinken und … heimfahren:)

Der Tiber im Frühling - © Thomas Michael Glaw
Der Tiber im Frühling – © Thomas Michael Glaw

Kulturell beginnt der Mai immer mit einem riesigen Freiluftkonzert auf dem großen Platz vor der Kirche San Giovanni in Laterano. Veranstaltet wird es von den italienischen Gewerkschaften, es treten auch überwiegend italienische Bands und Sänger auf. Wenn man zu diesem Zeitpunkt in Rom ist, sollte man sich das einmal geben – man wird allerdings nicht allein sein: 100 000 Zuschauer sind keine Seltenheit. Und der Stau auf den Straßen Roms danach ist geradezu legendär 🙁

Generell spielt sich das Leben wieder mehr draußen ab, bis es die Römer dann im August wegen der Hitze, den Touristen und den Ferien ans Meer zieht. Es macht Spaß wieder bei den Buchhändlern

Buchhändler in Rom - © Thomas Michael Glaw
Buchhändler in Rom – © Thomas Michael Glaw

in der Nähe der Stazione Termini zu stöbern oder am Tiber entlang zu spazieren.

Diesen Mai kann man an drei Samstagen, am 9., 16. und am 23. jeweils um 10:30 die Villa dei Cavalleri di Malta besichtigen. Für Jugendliche kostet das 6 Euro und da man sonst quasi nur mit  Beziehungen reinkommt ist das eine gute Möglichkeit einmal bei den Maltesern vorbei zuschauen.

Im Augustusforum (foro di Augusto), und dieses Jahr zum ersten mal auch im Cäsarsforum (Foro Cesare) gibt es jetzt wieder abends die bekannten Multimediapräsentationen von Piero Angela zu sehen – übrigens auch auf deutsch. Wer 10 Euro übrig hat und Geschichte ein wenig hautnah erleben will, dem sei ein Besuch empfohlen

 

Pasqua

Ostern in Rom – da fallen einem Begriffe wie Pasqua (so heißt Ostern auf Italienisch), die Settimana Santa (wörtlich die „heilige Woche“ – so nennt man in Italien die Karwoche) und natürlich Pasquetta (das ist der Ostermontag auf italienisch) ein.

Zunächst  einmal ist die Stadt natürlich durch die Feierlichkeiten zum Osterfest selbst geprägt. Für alle Papstmessen sind die Karten allerdings schon von der Präfektur schon vergeben – hingehen kann man allerdings, wenn Papst Franziskus am Karfreitag den Kreuzweg im Kolosseum betet. Hierfür sind keine Eintrittskarten notwendig, man sollte allerdings früh da sein, sprich spätestens gegen 19 Uhr – um 21 Uhr geht es los. Die Meditationen hat dieses Jahr Renato Corti geschrieben, emeritierter Bischof von Novara und langjähriger Mitarbeiter von Carlo Maria Martini, dem ehemaligen Erzbischof vom Mailand. Persönlich freue ich mich auf seine Gedanken. Eine Übersicht über alle wichtigen deutschen und italienischen Gottesdienste gibt es beim Pilgerbüro.

Rom Petersplatz - © Thomas Michael GlawAch ja: zum päpstlichen Segen „Urbi et Orbi„, Ostersonntag um 12 Uhr auf dem Petersplatz braucht man keine Eintrittkarte, nur gute Nerven, Stehvermögen und keine Angst vor Massen.

An Pasquetta, sprich am Ostermontag, machen die Römer gerne in Picknick in den diversen Parks der Stadt. Wer keine Angst vor Massen hat sollte sich verproviantieren und es ihnen gleich tun – so man ein wenig englisch oder gar italienisch kann ergeben sich auch fast immer nette Gespräche.

Wer mobil ist oder sich mit den Bussen gut auskennt kann in den Park der Villa Gregoriana in Tivoli herausfahren, der dieses Jahr einmal ausnahmsweise zum Picknick geöffnet ist.

Die Museen sind der Karwoche geöffnet, an Ostersonntag und Ostermontag bleiben sie allerdings geschlossen.

Was gibt es noch? Na, beispielsweise das Festival der geistlichen Musik, das zum 18. Mal in der Kirche Santi Quirico e Giutitta stattfindet. Die Kirche ist etwa gleich weit von den Metrostationen Cavour und Colosseo entfernt, die Konzerte finden noch bin zum 12. April statt und Karten gibt es auch noch.

Ein gute Übersicht über sonstige Events findet sich bei Oggiroma.

Buon viaggio e buon divertimento a Roma!

 

Marzo

Auch in Rom ist es jetzt März, „Marzo“ auf italienisch.

In der italienischen Variante des Monatsnamens erkennt man deutlicher als im Deutschen den Ursprung: es ist der römische Kriegsgott Mars. Das hängt damit zusammen, dass im römischen Reich so um diese Zeit die „Feldzugsaison“ begann und die wehrfähigen Männer sich auf dem Marsfeld versammelten. Wenn es nicht zu militärischen Übungen oder Aufmärschen benutzt wurde, diente es als Schaf- und Pferdeweide. Da es bis zum Bau der Aurelianischen Mauern außerhalb der Stadtmauern lag, war das Marsfeld, sprich der Campus Martius der natürliche Ort für Empfänge ausländischer Herrscher und Botschafter, die die Stadt nicht betreten durften. Heute erkennt man das Marsfeld nur noch im Namen eine Stadtteils:  Campo Marzio  ist der IV. Rione (Stadtteil) und umfasst den Nordteil des ehemaligen „Campus Martius“ von der Spanischen Treppe bis zur Piazza del Popolo.

Das Wetter in Rom ist deutlich im März deutlich angenehmer als in vielen Teilen Deutschlands, der Schweiz oder Österreichs. Mit Temperaturen zwischen 15 und 17 Grad bei wenigen Regentagen beneide ich immer meine römischen Freunde, die bisweilen Selfies mit Espressotasse in ihren Lieblingscafés posten.

Wer gerne fotografiert, dem sei ein frühes Aufstehen und ein Spaziergang auf einen einen der Hügel empfohlen. Wer in der Stunde nach Sonnenaufgang vom Pincio oder dem Gianicolo aus Aufnahmen macht, wird mit einem herrlichen Licht und einer wunderbar klaren Atmosphäre belohnt. Ähnliches lässt sich im März auch mit der Investition von enigen Euro und ein wenig Puste beim Aufstieg auf die Kuppel der Peterskirche bewerkstelligen.

Der Strand von Ostia im Frühling - © Thomas Michael Glaw
Der Strand von Ostia im Frühling – © Thomas Michael Glaw

Wer mit dem Zug nach Ostia raus fährt kann zum einen Ostia Antica besichtigen ohne sich einen Hitzschlag zu holen und zum anderen an relativ leeren Stränden spazieren gehen oder einen Espresso an der Mole im Kreis von Italienern trinken, und, wenn er oder sie der Sprache mächtig ist, die neuesten Purzelbäume der italienischen Politik diskutieren.

Wen es trotz des frühlingshaften Lüftchen in Museen ziehen sollte, dem seien ein paar Ausstellungen ans Herz gelegt:

Ab 16.3. werden zahlreiche Werke Marc Chagalls im Chiostro del Bramante unter dem Titel „Love and Life“ ausgestellt. Es ist eine sehr poetische Ausstellung, die über 150 Werke des in Russland geborenen Künstlers präsentiert. Es ist Chagalls Inspiration durch seine Frau Bella Rosenfeld, die im Zentrum des Konzepts steht. Mehr dazu findet ihr auch auf der Web Site des Chiostro de Bramante – wie so oft in Italien nur auf italienisch.
Die Ausstellung „Le ragioni dello squardo„, also die Gründe des Blicks, sprich warum fotografiert man etwas, die auch einen Blick auf den Fotografen selbst wirft, im Granaio di Santa Prassede,  ist bis zum 22.3. verlängert worden. Wer gerne fotografiert, kann sich hier mit seinem Handwerk auseinandersetzen und Anregungen holen.